Kihon Renshu
Kihon ist eine Art
Grundschultraining. Kihon umfaßt zahlreiche Fauststöße, Fußtritte und Abwehren (auch
in Kombination). Die Techniken werden sowohl aus dem Stand, als auch aus der Bewegung
geübt. Ein besonderer Wert wird auf einen korrekten Stand, auf das Gleichgewicht, die
Atmung und die Treffgenauigkeit gelegt.
Beim Karate ist es besonders wichtig, dass alle körperlichen und geistigen Kräfte
konzentriert werden, um ein Ziel in Sekundenbruchteilen angreifen zu können. Es ist in
etwa mit der Fähigkeit vergleichbar, die ein Mensch "auf Abruf" in
Extremsituationen entwickeln kann. Um ein Maximum an Schnelligkeit zu erzielen, wird der
zuschlagende Teil des Körpers - bis unmittelbar vor dem Auftreffen - entspannt gehalten.
Dann jedoch spannt sich der gesamte Körper, unterstützt vom Kiai-Ruf der Karateka, der
mittels Muskelspannung der unteren Bauchdecke (Hara) entsteht. Dadurch soll eine
vollkommene Einheit entstehen. Alle Techniken werden vollkommen von der Willenskraft des
Karateka kontrolliert.
Das Wort
"Kihon" setzt sich aus den beiden Wörtern "Ki" (= Kraft, Energie) und
"Hon" (= Wurzel, Ursprung) zusammen. Dies macht deutlich, dass Kihon den
unumgehbaren Grundpfeiler für die Entwicklung des Karateka darstellt.
Wer sich zu früh auf das Gewinnen von Wettkämpfen konzentriert, vernachlässigt dabei
oft das üben der Grundtechniken und versucht sich stattdessen im (Jiyu-)Kumite. Jedoch
wird er dabei recht schnell von denjenigen überholt, die die Grundtechniken ausgiebig
trainiert haben. Es führt einfach kein Weg daran vorbei, als Schritt für Schritt die
Grundtechniken zu erlernen.
Bei einem Wettkampf sind rohe Kraft und wilder Kampfesmut sogar erwünscht. Hierbei geht
jedoch völlig der Sinn des Karate-Do verloren, bei dem Höflichkeit und Respekt vor dem
Gegner an wichtiger Stelle stehen.