Kata − Die Vollendung

     

Das Üben der Kata ist die höchste, anspruchsvollste Stufe des Karatetrainings. Vielfach werden Formulierungen wie Kampf gegen einen imaginären Gegner, Schattenboxen, Scheinkampf oder Formenlauf als Übersetzung verwendet. All dies wird dem Wesen und Inhalt der Kata jedoch nicht gerecht, denn Kata ist weitaus mehr.

Unter Anwendung der Grundschultechniken in verschiedensten Kombinationen werden Zweikampfstrategien, Verteidigung gegen mehrere Gegner, schnelle Richtungswechsel usw. vermittelt. Mit der sogenannten äußeren Form wird der rein formale Ablauf erlernt.
Die vielfachen Interpretationsmöglichkeiten für reale Verteidigungssituationen erschließen sich einem Karateka erst durch beständiges Üben und dem sich daraus entwickelnden Instinkt. Dieser unerschöpfliche Fundus bietet Antworten auf nahezu jede nur denkbare Frage in der Selbstverteidigung und wird als die innere Form bezeichnet.
Deshalb gilt für uns Kata ist die Essenz des Karate.

All dies wird man jedoch nicht durch oberflächliche Betrachtung erkennen, wenn man Kata als schönen Formenlauf oder gymnastische Kür ansieht, für die man bei Meisterschaften Pokale gewinnen kann.

Unsere Kata entstammen dem Shuri-Te und Tomari-Te und wurden durch Sensei Chotoku Kyan, dem berühmten Meister des Te (auch Tode, frühere Bezeichnung für die chinesisch beeinflusste Kampfkunst von Okinawa) und Begründer des Sukunaihayashi Shorin Ryu, überliefert. Seine Lehrer waren Sokon Matsumura, Kosaku Matsumora, Peichin Maeda, Peichin Oyademare und Peichin Yara. Weitere Einflüsse gelangten über Motobu Choki und Itosu Ankoh in unsere Kata. (siehe auch Geschichte.

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